...
Der Anfang
In  den 80er Jahren  nahm ich  meine ersten  Reitstunden im Hamborner
Reiterverein,  bei Wiebus. Eine  Mitgliedschaft  in  diesem  Verein  war
aus finanziellen Gründen damals  nicht  möglich, also  musste eine andere
Möglichkeit  her. Ich landete  in Dinslaken-Hiesfeld  auf  der Ponyfarm 
an der Bergerstraße, Reiterhof  Grafschaft. Ich  ritt dort zweimal  pro
Woche zur Vorbereitung  auf die  Prüfung für  den  Reiterpass  die  ich
am 20. November 1982 bestand. Von da an unternahm ich hin und wieder
Ausritte mit Freundinnen, aber es wurde nach und nach immer weniger.

Das vorläufige Aus
Im  Jahre  1988  besuchte  ich  meine  Schwester. Sie wohnte zu dieser
Zeit in Bärbroich und hatte im dortigen Reitverein begonnen  Reiten zu
lernen. Ihre Idee war super: Mach doch `ne Stunde  mit.  Gesagt, getan.
Allerdings verlief diese Reitstunde nicht so besonders. Das liebe Pferd-
chen  ging  mir in der Halle durch, buckelte  und buckelte  und buckelte
und buckelte und  irgendwann  flog ich im  hohen Bogen  durch die ganze
Reithalle.  Ich  habe  mir  außer einem Muskelkater  nichts getan,  habe
mich auch  noch mal kurz  wieder auf das Pferd  gesetzt, aber von da an
war mit Reiten Schluss.

Reset
... bis  sich  eine Freundin  und  Arbeitskollegin  2001  durchsetzte  und
es  schaffte, dass ich mich auf  ihr Pferd  setzte. Ungefähr  eine viertel
Stunde saß ich im Sattel, meine Freundin führte das Pferd, als der liebe
Henry zuckte und  den Kopf hob. "Runter, nur noch runter hier"  dachte
ich  und  schon stand ich wieder mit beiden Füßen auf dem Boden. Es er-
schien mir als  unlösbare Aufgabe jemals wieder zu reiten. Ganz alleine,
selbstständig, ohne Angst. Aber gleichzeitig  wurmte  es  mich,  weil ich
doch  wusste wie gerne ich früher geritten bin. Meine Freundin Susanne
bot mir an  einmal die Woche zum Stall zu kommen und Henry zu reiten.
Sie würde mich unterrichten und ich könnte  langsam wieder lernen  und
Vertrauen  aufbauen. Ich habe überlegt und  überlegt und überlegt und
überlegt. Reitsachen kaufen und dann feststellen ich schaffe es nicht ...
...Geldverschwendung. Aber ich wusste, dass es in Hiesfeld wieder einen
Reitstall gab namens Grafschaft auf dem man auch ohne Vereinsmitglied-
schaft einzelne  Reitstunden  nehmen  kann. Ich habe angerufen, mich zu
einer Unterrichtsstunde für Anfänger eintragen lassen und mir gesagt:
"Wenn ich da `ne Stunde schaffe auf einem Pferd zu bleiben, dann sage
ich meiner Freundin zu.
Und ich habe es geschafft, direkt zwei Wochen in Folge auf einem wirk-
lich ganz lieben Tinker-Wallach namens Macao.  Ich  war ja so stolz ! ! !
Leider hat es mit dem Unterricht bei meiner Freundin aus vereinstechni-
schen Gründen nicht funktioniert, aber ich bedanke mich hiermit bei Dir
Susanne für den ersten Schritt zurück zu meinem Hobby.

Die Ponyfarm
Ich  blieb dort im  Unterricht hängen und  nach  und nach, ganz langsam,
verlor ich immer wieder mal ein winziges Stückchen Angst.Nach ein paar
Unterrichtsstunden  wurde ich  kurzfristig  ins kalte Wasser geschubst.
Macao´s Trense war nicht zu finden und so wurde mir ein anderes Pferd
zugewiesen: Luci, Zicke vom Dienst. Legt nur die Ohren an und beißt und
tritt 
beim Satteln, alle  erste  Sahne.  Kam  mir gar nicht gelegen. Aber
meine Reitlehrerin, Babs, stand mir hilfreich zur Seite  machte mir Mut.
Und es dauerte nicht lange bis ich mich in diese polnische Stute verliebt
hatte und gar kein anderes Pferd mehr reiten wollte. 
Danke schön, liebe Babs, für jede Unterrichtsstunde. 

Mein erster Ausritt
Eine Reitschülerin  aus unserer Gruppe hörte dass ich kurz vor Ende der
Stunde laut beteuerte  dass die Reitstunde zu Ende wäre und nun wieder
ne Wochen Warten  angesagt  wäre.  Sie fragte mich ob ich nicht mit ihr
am Wochenende ins Gelände gehen wolle. Das Ergebnis:Angstschweiß auf
meiner Stirn. Ich habe ihr gesagt dass ich nicht weiß ob ich das schaffe,
dass ich noch ganz viel Angst hätte wenn ich ans Gelände denke, aber sie
wollte  es  mit mir  versuchen.  Von  unserem  Stall aus konnten  wir ohne
Begleitung nicht in den Wald,aber Simone kannte in der Nähe einen Reit-
stall namens Hövelsberg. Na und dahin fuhren wir dann Samstag morgens.
Sie suchte uns zwei Pferde aus und dann ging es ab. Ganz furchtbar war
es für mich. Mein Pferd, eine Fuchsstute namens Ronja, kam mir wirklich
vor wie ne Räubertochter.Sie lief die ganze Zeit schräg,auch im Galopp,
verunsicherte mich völlig  und  ich war die ganze Zeit damit beschäftigt
irgendwie  den Angstkloß in  meinem  Hals zu schlucken. Bei  mir lief gar
nichts vernünftig bei diesem Ausritt,aber Simone war ganz geduldig mit
mir. Auf dem Rückweg tauschte sie sogar mit mir das Pferd in der Hoff-
nung, dass es mir dann besser geht. Ein Norweger namens Willy. Auf ihm
bin ich dann  rumgehoppelt bis wir wieder am Stall waren, ich habe mich
sogar dann getraut im  Galopp so richtig Gas zu geben.  Aber nur einmal
kurz. Wir  haben dann ab und zu gemeinsam Ausritte  gemacht, aber  es 
ging nicht wirklich vorwärts mit meinen super Reitkünsten. Angst, Angst,
Angst. Als Erwachsener denkt  man wahrscheinlich zu viel darüber nach
was  so alles  passieren  könnte  anstatt  abzuschalten  und  zu genießen.
Schade ! ! !
Heute  weiß ich, dass ich mir selbst den ersten Ausritt versaut habe: 
Zügel kurz, damit  das Pony nicht  weglaufen kann und ganz fest mit den
Beinen ran damit  man  auch Halt hat. Wie blöd ! Wie soll das Pferdchen
denn dann  nur vernünftig laufen.

Simone und ich wurden sehr gute Freundinnen. Auch wenn unsere Freund-
schaft zeitweise furchtbar anstrengend war, ich möchte diese Zeit nicht
missen. Simone ist im Februar 2004 nach schwerer Krankheit verstorben.
Ich muss noch sehr viel an sie denken, - sie fehlt mir.

Westernreiten
Auf Grafschaft gibt  es auch  viele  Einsteller. Die meisten Mädels dort
beschäftigen  sich allerdings mit Westernreiten. In  der Zeit vor meiner
Reitstunde konnte ich  sie dann  etwas beobachten  und  diese  Reitweise
interessierte mich immer mehr. Simone war es die dann im Internet einen
Westernreitstall  in Velbert-Langenberg entdeckte. Dort  habe ich  ein 
paar Stunden mitgemacht. Es  hat mir sehr gefallen, aber die Umstellung
von  der klassischen  Art  viel  mir  dann doch etwas  schwer.  Mit einem
Intensiv-Wochenende auf  einer Quarter-Horse Ranch in Ochtrup wollte
ich  meinen  Einstieg  vernünftig beginnen. Es waren wirklich drei schöne
Tage, aber  mit  ca. fünf Stunden  Reiten  täglich  nicht so wirklich ent-
spannend. Aber ein paar Dinge  sind dort wirklich  haften geblieben, ich
hatte danach ein wenig Überblick über die Unterschiede zur klassischen
Reiterei.  In  der Nähe  meines Wohnorts  war  allerdings kein Stall zu 
finden  der  Westernreitunterricht  auf Schulpferden  gab. Also  hatte 
sich  dieses Thema erst  mal wieder erledigt. Außerdem ....... ich wollte ja
auch eigentlich wieder viel ins Gelände gehen und nicht in einer Reithalle
meine Zeit verbringen.

Der letzte Schritt
Ich habe mich des Öfteren mit Simone  und  einer weiteren Freundin die
ich  auf  Grafschaft  kennen  gelernt  habe,  Martina,  zu Ausritten vom
Hövelsberg aus verabredet. Eines Sonntags ging die Verabredung schief.
Ich stand alleine am Stall und keiner der beiden kam. Lange habe ich hin
und her überlegt was ich tun soll. Ich warte noch ... ich fahr wieder heim
..... ich leih mir ein Pferd und geh in die Reithalle ....... Und dann sagte ich
mir: Jetzt  oder  nie.  Ich lieh mir Kitchy, einen  recht großen Schimmel,
und ging zum ersten Mal allein ins Gelände. Es wurde mir versichert dass
er  ganz lieb  und  unkompliziert ist.  Ich habe mir  bald in  meine Hosen
gemacht,aber wenn ein Pferd durchgehen will oder mich abschmeißt, kann
mir ein Mitreiter eh nicht helfen. Man ist auf dem Pferd auf sich alleine
gestellt.
Und  es war ein  schöner Ausritt  auf einem  ganz lieben Pferdchen.  Ich
habe alle Gangarten ausprobiert,habe mich wohl gefühlt und bin heil und
ohne Probleme wieder am Stall gelandet. Und ich war so stolz auf mich.

Seit dem ...
......... habe ich keine Probleme mehr auszureiten. Es gab ganz selten noch
Momente in denen mir ein bisschen mulmig wurde. 
Ich blieb im Unterricht  auf Grafschaft,  jeden  Donnerstag Abend, und 
mit den Freundinnen die  ich dort  kennen  gelernt habe, Astrid, Maritta
und Martina, treffe ich mich fast jeden Sonntag Morgen zum Ausritt am
Hövelsberg.

Wanderreiten
Im Mai 2004  haben  wir uns zu fünft zu  einem Wanderreitwochenende
am Edersee angemeldet. Donnerstags ging  es mittags  los,  wir  bekamen 
dann am frühen Abend  eine  Einführung  dort auf der Ranch (jeder  na-
türlich mit dem Pferd dass er an den drei Tagen reiten sollte), und Frei-
tags morgens sind wir dann  nach  Cowboyart ins Gelände gestartet. Den
ganzen Tag  saßen  wir auf  den  Pferden, Picknick-Pausen im Wald,  wir
haben schießen gelernt und  wie man ein Robe schwingt und wirft, haben
eine  wunderschöne Landschaft kennen gelernt, haben  viel gesungen  und
gelacht, auch viel getrunken, sind teilweise bezüglich unserer Reitkünste
an unsere Grenzen gegangen und haben alle viel gelernt. Es war ein  ganz
wunderbares Erlebnis. Wer gerne reitet  und schon fortgeschritten  ist,
dem kann ich nur empfehlen sich mal bei Michael Wichert ein  paar Tage
einzubuchen  und  einen Wanderritt mit ihm  und seinen lieben  Quarter-
Horses mitzumachen. Es wird bestimmt unvergesslich.
Für uns ist es  unumgänglich  das Ganze im nächsten Jahr zu wiederholen
und sogar noch einen Tag länger zu bleiben.Dann sollte auch unsere liebe Freundin Maritta dabei sein, sonst geht ja man gar nix.


Na und irgendwann ...
... gehen die Überlegungen dann noch viel weiter. Wäre es nicht schön ein
eigenes Pferd zu besitzen ? So eine liebe Stute  wie Luci ? Na  klar, auf
jeden Fall. Und da unser Stall bald schließen wird hätte ich die Möglich-
keit Luci zu kaufen. Ich  hatte mich  sogar  als  Interessentin vormerken
lassen. Aber viele Dinge haben mich davon abgehalten. Der Zeitaufwand,
die Kosten, wohl auch die Verantwortung, ...
Außerdem  hat Luci jetzt schon  seit April 2004  ein Problem  mit einem
Hinterbein. Sie  steht hauptsächlich auf  der Wiese.  Im  Reitunterricht
wird  sie  gar nicht mehr eingesetzt, ab und  zu kann  sie kurze Ausritte
mitmachen. Und ein krankes Pferd wollte ich nun nicht kaufen. Wer weiß
was da noch auf einen zu kommt.
Aber immer auf einem anderen Pferd sitzen, dass man nicht genau kennt,
verliert auch mal an Reiz. Es  wäre  schon schön sich auf ein Pony einzu-
stellen, es  immer besser  kennen zu lernen, vielleicht  mit ihm zu lernen
und  schöne  Ausritte zu  unternehmen.

Und deshalb bin ich nun auf der Suche nach einer Reitbeteiligung.




stolze Besitzerin eines Reiterpass




Ravenna, eines der Bärbroich-Pferde




Henry im Juli 2003




Susanne und ihre Stute Ramina im Juli 2003


Macao im Dezember 2001


 
Grafschaft, Beginn des Reitunterrichts ...




... auf Luci im Juli 2002








               

 



Simone, Lyra (ihr Lieblingspferd) und ich
im November 2002





Hünnekens Quarter-Horse-Ranch




Polly, die liebe Quarterstute
















Die fünf Mädels ...
(von links: Es, Es, Es, Es und Es)





... beim Wanderreit-Wochenende



Maritta

 

 



 

 

 

 

 

 


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